Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Marc Trampe hatten das DRK und zahlreiche lokale Partner zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen. Ziel ist es, Demenz sichtbarer zu machen, Berührungsängste abzubauen und Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige in Rellingen weiterzuentwickeln.
Durch den Abend führten Waltraud Hörmann vom DRK Ortsverein Rellingen und Rita Sturm, Leiterin des DRK Seniorenwohnsitzes Rellingen. Bürgermeister Marc Trampe machte in seinem Grußwort deutlich, dass die Gemeinde die Entwicklung eines demenzfreundlichen Rellingen auch zukünftig aktiv unterstützen werde. Auch Ulf Kienast, Vorstand des DRK Kreisverbands Pinneberg, unterstrich die Bedeutung von Vernetzung und gemeinschaftlichem Engagement.
Einen bewegenden und zugleich aufklärenden Einblick in das Leben mit Demenz gab Ines Hundsdörfer von der Alzheimer Gesellschaft Kreis Pinneberg.
Sie zeigte auf, wie schwer es oft ist, Demenz früh zu erkennen. „Ist jemand nur vergesslich oder dement?“ Eine Frage, die viele Angehörige umtreibt.
Verhaltensänderungen bei Angehörigen, Freunden oder Nachbarn sollten ernst genommen werden. Dabei warnte Hundsdörfer vor vorschnellen Schuldzuweisungen: Weder Ernährung noch Lebensstil könnten eine Demenz verhindern, höchstens etwas herauszögern. „Schuld-Suche ist sinnlos“, machte sie deutlich. „Das Alter ist der einzige gesicherte Risikofaktor.“
Besonders eindrücklich schilderte Ines Hundsdörfer, wie sich die Wahrnehmung von Menschen mit Demenz verändert und welche Herausforderungen daraus für Angehörige entstehen. Statt zu diskutieren oder zu widersprechen, sei es wichtig, die Gefühle der Betroffenen ernst zu nehmen und ihnen Sicherheit zu geben und dabei stets authentisch zu bleiben. „Das Herz wird nicht dement“, lautete eine ihrer zentralen Botschaften. Gefühle blieben erhalten, auch wenn Erinnerungen und Orientierung zunehmend verloren gehen.
Zugleich erinnerte Hundsdörfer daran, dass Demenz nicht nur ein Pflegethema sei. Für Familien bedeute die Erkrankung oft ein schrittweises Abschiednehmen von einem vertrauten Menschen. Niemand soll und kann diesen Weg allein gehen: Es ist wichtig, Hilfsangebote und Unterstützung anzunehmen.
Einen spannenden Blick auf einen häufig unterschätzten Zusammenhang warf anschließend Hörakustikmeister und Pädakustiker Per Zacho. Sein Vortrag machte deutlich, welche wichtige Rolle gutes Hören für die Gesundheit des Gehirns spielt. Hören sei weit mehr als die Wahrnehmung von Geräuschen, weil das eigentliche Verstehen im Gehirn stattfindet.
Ein unbehandelter Hörverlust belastet das Gehirn erheblich. Wenn Menschen schlecht hören, muss das Gehirn zusätzliche Energie aufwenden, um Gespräche zu verstehen. Dies kann zu Überforderung, Rückzug und sozialer Isolation führen.
Gutes Hören kann das Gehirn unterstützen. Frühzeitige Hörtests und eine rechtzeitige Versorgung seien besonders wichtig. Gerade bei Menschen mit Demenz müssten Hörgeräte demenzsensibel angepasst und möglichst einfach in der Bedienung gestaltet werden. Hörgeräte konsequent zu tragen ist gerade bei Demenz wichtig: Das Gehirn verlernt das Verstehen, wenn es zu wenig gehörten Input bekommt.
Nach den Vorträgen nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum intensiven Austausch. An zahlreichen Informationsständen entstanden Gespräche, Beratungen und neue Kontakte. Themen waren unter anderem Selbsthilfeangebote, Tagespflege, ambulante Unterstützung, Seniorenassistenz sowie technische Hilfen wie Notruflösungen mit Ortungssystemen für Menschen mit Demenz.
Besonders erfreulich war die große Bereitschaft zur Vernetzung. Ein wichtiges Ziel der neuen Initiative ist es, bestehende Angebote in Rellingen besser miteinander zu verbinden, damit Hilfen für Betroffene und Angehörige leichter zugänglich werden und Angebote sich sinnvoll ergänzen.
Wir danken allen Gästen und Mitwirkenden, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt den Referenten Ines Hundsdörfer und Per Zacho für ihre eindrucksvollen Vorträge, sowie Frau Warnecke und der Gemeinde Rellingen für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und Bürgermeister Marc Trampe für die Übernahme der Schirmherrschaft.
Sie wollen Informationen Beratung zum Thema Demenz oder sich ehrenamtlich engagieren?
Melden Sie sich gern direkt bei den Partnern der Initiative oder bei unserer Ehrenamtskoordinatorin Natascha Hartwig
DRK Seniorenwohnsitz Rellingen
DRK Begegnungsstätte und Seniorenberatung
DRK Tagespflege
Zentrale Kontaktstelle für Selbsthilfe
DRK Ambulante Pflege
DRK Hausnotruf
Alzheimer Gesellschaft Pinneberg e.V.
Dorit Bergzog Seniorenassistenz & Demenzberatung
Blinden- und Sehbehindertenverein SH e.V.
Familiale Pflege
Freiwilligen Forum Rellingen
Lesestoff Rellingen
Verein für Betreuung und Selbstbestimmung im Kreis Pinneberg e.V.
Zacho Hörgeräte

















